Staatsanleihen – Eine sichere Anlageform

Staatsanleihen

Sein Geld vermehren indem Schulden gemacht werden? Das Konzept von Staatsanleihen klingt zunächst dubios, aber es funktioniert. Sie investieren Geld an staatliche Institutionen – verleihen es also. Es fließt in öffentliche Projekte, bspw. die Infrastruktur. Dafür verspricht man Ihnen eine festgelegte Rendite für einen bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft.

Doch lohnen sich Staatsanleihen überhaupt noch? Welche Risiken gehen mit dieser Anlageformen einher? Wir klären auf.

Deshalb lohnen sich Staatsanleihen:

  • Ihre Geldanlage untersteht einem festgelegten Zinssatz.
  • Staatliche Geldanlagen genießen ein hohes Vertrauen.
  • Sie können weltweit in Staatsanleihen investieren, um somit die beste Rendite auszuwählen.
  • Flexible Laufzeiten ermöglichen es Ihnen individuell zu planen.
  • Ein Handel mit Staatsanleihen ist möglich, um kurzfristig liquider sein zu können.

Die Funktionsweise von Staatsanleihen

Sie leihen dem Staat Geld, damit dieser es sinnvoll investieren kann. Im Gegenzug überträgt man Ihnen sogenannte „Kupons“. Was nur eine andere Bezeichnung für den festgelegten Zinssatz darstellt.

Ein wenig können Sie es mit dem Festgeld vergleichen. Der einmal gezahlte Betrag ist bis zum Laufzeitende nicht erreichbar. Jedoch erhalten Sie pro Jahr eine entsprechende Verzinsung gutgeschrieben.

Beispiel: Sie investieren 20.000 Euro und bekommen dafür 4% zurückgezahlt. Was 800 Euro pro Jahr bedeutet. Wenn Ihre Staatsanleihe ausläuft, gibt es außerdem die ursprünglich investierten 20.000 Euro überwiesen.

Der mögliche Zinseszinseffekt macht sich hier mit jedem weiteren Jahr umso mehr bemerkbar. Weshalb Staatsanleihen ideal für zehn oder mehr Jahre sind. Es besteht eine Bandbreite zwischen 1-jährigen bis 30-jährigen Anleihen.

Dadurch können Sie Ihre Finanzplanung individuell gestalten. Wobei Sie nicht auf das eigene Land reduziert sind. Stattdessen können Sie weltweit Staatsanleihen kaufen.

Verschiedene Arten von Staatsanleihen

So simpel das Konzept dieser Anlageform klingt: Sie sollten sich dazu umfassend informieren und ggf. beraten lassen! Im internationalen Zahlungsverkehr bestehen zudem verschiedene Bezeichnungen.

In den USA nennt man sie allgemein Bundesanleihen. Je nach gewählter Laufzeit, erhalten sie einen anderen Namen. Was anfangs sehr verwirrend klingt. Kurzfristige Staatsanleihen mit weniger als einem Jahr Laufzeit, nennt man dort Schatzanweisungen (Treasury Bills). Wohingegen die „Treasury Notes“ eine Spanne zwischen einem und zehn Jahren umfassen.

In Großbritannien heißen sie stattdessen „Gilts“. Wenn Sie also außerhalb des deutschsprachigen Raums investieren wollen, sollte Ihnen der nötige Fachjargon geläufig sein.

Staatsanleihen mit variablem Zinssatz

Wenn Sie das Risiko nicht scheuen, können Sie in sogenannte „indexierte Anleihen“ investieren. Dabei erwerben Sie keine Kupons mit festgelegten Zinssätzen. Dafür orientieren sich die Renditen an bestimmten Entwicklungswerten. In Großbritannien wirkt der Einzelhandelspreisindex (RPI) auf die Anleihe ein. Im amerikanischen Raum spricht man stattdessen vom inflationsgeschätzten Wertpapier.

Ein wirkliches Verlustrisiko besteht nicht, da Negativzinsen so gut wie ausgeschlossen sind. Ansonsten würde nämlich niemand in Staatsanleihen investieren. Jedoch sollten Sie keine zu hohen Erwartungen an den variablen Zinssatz stellen.

Der Handel mit Staatsanleihen

Auf professioneller Ebene betrachtet, ergibt sich mit Staatsanleihen eine zusätzliche Möglichkeit. Einmal erworben, können Sie diese auf dem freien Markt anbieten. Dadurch bleiben Sie hinsichtlich Ihrer Geldanlagen deutlich flexibler.

Vielleicht haben Sie zwischenzeitlich eine Anlageform mit besserer Rendite gefunden. Dann ist ein Umschichten erlaubt. Während finanzieller Engpässe, ist es Ihnen ebenso gestattet zu verkaufen. Vorausgesetzt Sie finden jemanden, der Ihnen die Anleihe abkauft.

Wichtig ist hierbei ein genaues Nachrechnen. Denn Sie werden Ihre Staatsanleihe mit einem gewissen Minus verkaufen müssen, um sie für Trader attraktiv zu gestalten. Dieser Verlust muss durch die neue Geldanlage in ein Plus umgewandelt werden. Inklusive jenen Zinsen, welche Ihnen nun entgehen. Nur dann lohnt sich der vorzeitige Verkauf Ihrer Staatsanleihe.

Das sollten Sie über Staatsanleihen wissen

Angebot und Nachfrage bestimmen die Konditionen. Wenn ein Staat dringend liquide Mittel benötigt, wird er mehr Staatsanleihen anbieten. Die Zinsen orientieren sich meist an dem aktuelles Niveau des Landes. Wenn der Kupon eine bessere Rendite als der Leitzins gewährt, steigt die Nachfrage dieser Anleihe. Jedoch muss der Staat gut kalkulieren, um zum Laufzeitende wirtschaftlich gut situiert zu sein. Andernfalls ergibt sich für ihn ein Minusgeschäft. Was Sie als Anleger aber nicht wirklich zu interessieren hat.

Wichtig ist jedoch die Zahlungsfähigkeit des Staates. In den meisten Fällen müssen Sie sich nicht um dessen Bonität sorgen. Das Investitionsrisiko wird als sehr gering betrachtet, da ein Totalausfall unwahrscheinlich ist. In der jüngeren Vergangenheit gab es aber ein paar Beispiele, da waren Länder auf die Unterstützung anderer angewiesen (auch im EU-Raum).

Achten Sie daher auf die Rating-Agenturen und wie diese die Bonität eines Staates bewerten. Zu den bekanntesten Instituten zählen Fitch, Moody´s sowie Standard and Poor’s.

 

Die erste Staatsanleihe erwerben

Staatsanleihen werden für ein bestimmtes Datum angekündigt. Der Verkauf erfolgt meistens über eine Auktion. Zunächst erhalten Banken und Sparkassen den Zugang, um Anleihen im gewünschten Umfang zu erwerben. Danach erfolgt der Weiterverkauf an private Anleger. Ebenso findet der Verkauf unter Banken sowie an Pensionsfonds statt. Seltener kommt es zum direkten Verkauf von staatlichen Anleihen an private Abnehmer.

Nachteile von Staatsanleihen

  • Die Rendite ist relativ klein, da Regierungen die Zinssätze eng kalkulieren müssen.
  • Ein geringes Ausfallrisiko bleibt immer bestehen.

Fazit zu Staatsanleihen

Es erscheint zunächst ungewöhnlich, Finanzgeschäfte mit einem Staat zu tätigen. Denn oftmals sind diese in Sachen Geldanlagen nicht besonders gut beraten. Doch Staatsanleihen stellen ein solides Mittel für Ihre Anlagestrategie dar.

Vorausgesetzt Sie nehmen sich etwas Zeit, um Angebot und Nachfrage zu studieren. Theoretisch kann jeder Staat eigene Anleihen verkaufen. Praktisch geschieht dies immer dann, wenn ein erhöhter Investitionsbedarf seitens der Regierung erkannt wurde.

Vor dem Erwerb ist deshalb die Bonität des Staates zu prüfen. Hierfür gibt es Bewertungen von namhaften Rating-Agenturen.

Bevor Sie Ihre erste Staatsanleihe kaufen, empfehlen wir Ihnen eine unabhängige Beratung wahrzunehmen. Außerdem ist es ratsam, für Ihre Finanzplanung mehrere Säulen aufzubauen. Sinnvolle Ergänzungen ergeben sich durch Sparpläne, Aktien, Immobilien und mehr.

Ratgeber Finanzen
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