Erfolgreich in Aktien investieren

Angesichts des langanhaltend niedrigen Zinsniveaus, lohnen sich Tagesgeld, Festgeld & Co kaum noch. Diese Situation erhöht bei Anlegern die Risikobereitschaft. Manche versuchen sich mit Gold und anderen Edelmetallen ein finanzielles Polster aufzubauen. Andere bilden sich weiter und lernen die Börse kennen. Hier gibt es viele Möglichkeiten, wovon Aktien bzw. Wertpapiere das größte Spektrum abbilden.

Doch wie funktioniert der Aktienhandel? Warum benötigt man ein Depot dafür? Wie sicher ist diese Anlageform? Wir geben darauf Antworten und unsere besten Tipps für Anfänger oben drauf dazu.

Wissenswertes rund um Aktien:

  • Private Altersvorsorge mit Aktien ist durchaus möglich
  • Für alle Risikoklassen etwas dabei
  • Wertpapiere sind eine weit unterschätzte Anlageform
  • Für mittel- und langfristige Anlagestrategien geeignet
  • Daytrading bleibt den Profis vorbehalten, da sehr riskant

Deshalb in Aktien investieren

Im deutschsprachigen Raum kann es sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung vorstellen ein Aktien-Depot zu besitzen. Doch die Tendenz steigt. Denn einerseits werden Renten zunehmend gekürzt bzw. wachsen nicht realistisch zur Inflation mit. Andererseits ist abzusehen, dass die klassischen Geldanlagen aufgrund der Nullzins-Politik der EZB noch lange auf ihrem Niveau stagnieren werden.

Doch damit sind die „fetten Jahre“ längst nicht vorbei. Aktien bedeuten, dass Sie sich an einem Unternehmen beteiligen und an dessen Erfolg glauben. Trifft dieser ein, werden Sie mit einem Kursplus belohnt.

Dabei können und sollten Sie Ihr Investment breit streuen. Einmal über diverse Branchen und auch in verschiedenen Ländern. Diese breite Diversifikation stellt Ihren besten Schutz gegen hohe Verluste dar. Denn selbst in der letzten Finanzkrise ab 2007 war zu sehen, dass sich viele Aktiengesellschaften noch gut halten konnten. Um anschließend besser aufgestellt zu sein als jemals zuvor.

Wichtig: Natürlich gibt es auch Pleitegeier im Aktienhandel. Unternehmen sinken dauerhaft unter den Einkaufspreis des Wertpapieres. Manche müssen sogar Insolvenz anmelden. Deshalb sollten Sie vorzugsweise auf etablierte Konzerne mit Zukunftspotential setzen.

Lohnenswerte Branchen für den Aktienhandel

Folgende Empfehlungen gilt es detailliert zu prüfen und die einzelnen Unternehmen der jeweiligen Branchen zu bewerten. Generell handelt es sich um Produkte und Dienstleistungen, welche auch in Zukunft weiter benötigt werden. Das Risiko eines Totalverlustes ist deshalb als gering einzuschätzen.

  • Lebensmittel
  • Genussmittel (Alkohol, Tabak, Energy Drinks etc.)
  • Technologien (Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Blockchain etc.)
  • Autoindustrie
  • Versicherungen
  • Pharmahersteller

Innerhalb dieser Branchen finden Sie zahlreiche Aktiengesellschaften, welche gutes Anlagepotential bieten.

So verdienen Sie Geld mit Aktien

Mit jeder Aktie sichern Sie sich einen Anteil an der zugeordneten Gesellschaft. Deren Grundkapital liegt in den Wertpapieren. Weshalb hier vom Nennwert gesprochen wird. Sogenanntes „verbrieftes Geld“ liegt als Aktien vor und kann vom Unternehmen nicht so einfach veräußert werden. Stattdessen besteht die Möglichkeit, sich diese Aktien ins Depot zu holen.

Grundsätzlich können Sie mit Wertpapieren auf zwei Arten Geld verdienen:

  1. Sie behalten die Aktie für eine gewisse Zeit und hoffen auf eine Wertsteigerung. Diese muss groß genug sein, um die Transaktionskosten zu decken und Ihnen Gewinn einzubringen. Dann erfolgt der Verkauf und Sie erhalten den festgelegten Betrag ins Depot zurück. Von da aus kann das Geld weiter investiert oder auf Ihr Girokonto ausgezahlt werden.
  2. Sie haben in Dividenden-Aktien investiert. Sofern das Unternehmen ins Plus gewirtschaftet hat, wird es seine Anleger mindestens einmal pro Jahr mit einer Dividende beglücken. Auch diese erhalten Sie ins Depot, um darüber frei zu verfügen.

Wichtig: Beide Möglichkeiten müssen einander nicht ausschließen. Bedenken Sie jedoch, dass hohe Dividenden den Gewinn der Aktiengesellschaft schmälern. Dadurch steht weniger Kapital für zukünftige Expansionen und Innovationen bereit. Sie merken schon, dass hier ein wenig Know How nicht schaden kann. Der Aktienhandel ist eben nicht mit klassischen Anlageformen vergleichbar.

Die verschiedenen Aktienarten

Weiter geht es damit, dass Sie verschiedene Aktienarten erwerben können.

Stammaktien: Mit einer Stammaktie erlangen Sie zugleich ein Stimmrecht bei der jährlichen Hauptversammlung. Sie können somit Einfluss auf den Führungsstil der Aktiengesellschaft nehmen.

Vorzugsaktien: Hier fehlt das Stimmrecht. Jedoch wird Ihnen in der Regel eine höhere Dividende als Ausgleich angeboten. Die meisten Anleger wählen deshalb Vorzugsaktien, um ihre Rendite zu maximieren.

Nennwertwert- und Stückaktien: Bei Nennwertaktien findet eine Aufteilung des Grundkapitals nach dem Nennwert der Aktien statt. Beispiel: Jede Aktie ist 1€ wert. Womit sich die verfügbare Stückzahl leicht ermitteln lässt. Stückaktien vermissen diesen Nennwert. Hier legt lediglich die Satzung der Aktiengesellschaft deren Anzahl fest.

Übertragbarkeit der Aktie: Es werden überwiegend Inhaberaktien verkauft, denn diese sind problemlos übertragbar. Wohingegen Namensaktien einen Eintrag ins Aktienregister verlangen.

Junge und alte Aktien: Von einer „jungen Aktie“ wird gesprochen, wenn diese im Rahmen einer erneuten Kapitalbeschaffung ausgegeben wurde. Alte Aktien waren zu diesem Zeitpunkt bereits vorhanden. Wer alte Aktien besitzt, kann die jungen Wertpapiere oft durch Bezugsrechte günstiger erwerben. Alternativ darf er diese Bezugsrechte an der Börse veräußern.

Einstieg in den Aktienhandel: So geht´s

Vorteilhaft ist es, wenn Sie sich beim Broker-Vergleich für ein Angebot mit Demokonto entscheiden. Falls Sie noch nie mit Aktien gehandelt haben, wäre es Ihnen so risikolos möglich erste Erfahrungen zu sammeln. Möchten Sie direkt an der Börse loslegen, gelingt dies wie folgt:

  1. Sie benötigen ein Depot, welches mit Ihrem Verrechnungskonto (Girokonto) verbunden ist. Beide müssen nicht bei derselben Bank oder Sparkasse eröffnet werden. Dies erleichtert zwar die Organisation, bietet aber nicht zwingend die besten Konditionen.
  2. Achten Sie bei der Wahl Ihres Brokers auf die Ordergebühren und ob dieser eine Einlagensicherung bietet. Diese gilt zwar nicht für gekaufte Aktien, aber für zwischenzeitlich dort liegende Barmittel.
  3. Investieren Sie stets nur Geld, welches Ihnen frei zur Verfügung steht. Ein Totalverlust ist unwahrscheinlich, aber nie gänzlich ausschließbar. Weshalb Sie überschüssige Barmittel nicht nur in Aktien investieren sollten. Wie wäre es zudem mit Anleihen, Fonds und Sachwerte?
  4. Der Aktienkauf ist überall gleich. Lediglich die Aufmachung des Brokers variiert. Dieser sollte Ihnen Anleitungen für Anfänger bieten, welche Sie umsetzen können. Im Prinzip geht es nur um die zu wählende Aktie und welche Ordergebühren dabei anfallen.
  5. Von nun an halten Sie die Aktie in Ihrem Depot. Wenn Sie es auf besonders teure Wertpapiere abgesehen, aber nicht genügend Geld verfügbar haben, gibt es noch ETFs. Durch diese können Sie monatlich einen festen Betrag zur Seite legen. ETFs eignen sich zum Besparen von Einzeltiteln sowie ganzen Indizes.

Wo werden Aktien gehandelt?

Jede Aktie ist irgendwann an einer der weltweit verfügbaren Börsen gestartet. Der Kauf findet über Ihre ausgewählte Bank statt. Diese erwirbt das Wertpapier an der entsprechenden Börse. Für Deutschland wäre dies Frankfurt. Die größte Aktienbörse steht in New York, an der sogenannten Wall Street.

Wichtig: Abhängig vom Kauf Ihres Wertpapieres gilt es die Handelszeiten zu beachten. Für Deutschland ist dies wochentags zwischen 8:00 und 22:00 Uhr möglich. Aufgrund von Zeitverschiebungen, schließen und öffnen die internationalen Börsen anders. An Wochenenden können Sie keine Aktien erwerben!

Diversifizieren statt fokussieren

Sie können von einem Unternehmen und dessen Aktienentwicklung noch so überzeugt sein: Es lohnt sich immer zu streuen! Versuchen Sie Geldanlagen über verschiedene Branchen und Regionen zu diversifizieren. Der Fokus auf wenige Aktien wäre fatal.

Für den Anfang können sich die meisten Anleger nur zwei bis drei Titel leisten. Doch bereits im nächsten Monat sollten Sie weitere Titel erwerben können. So bauen Sie sich schrittweise ein breit aufgestelltes Depot auf. Wenn Sie 15 bis 30 Einzeltitel Ihr Eigen nennen können, sollte dies genügen. Zu viele verschiedene Wertpapiere lassen Sie den Überblick verlieren. Stattdessen empfiehlt es sich ab diesem Zeitpunkt, weitere Aktien von bisherigen Unternehmen zu erwerben.

Tipp: Achten Sie dabei auf eine möglichst ausgewogene Verteilung. Beziehen Sie ETFs, andere Sparpläne und kleinen Prozentsatz bereitstehendes Bargeld mit ein. Letzteres ist Ihr Notgroschen und zugleich Ihre Chance, um spontan bei günstigen Gelegenheiten Aktien einzukaufen.

Erfahrene Anleger nehmen sich zudem etwa 5% „Zockergeld“ zur Seite. Damit investieren sie in risikoreiche Anlageformen wie Kryptowährungen und Optionsscheine. Das sorgt für ein wenig Nervenkitzel und Spaß beim Geld anlegen. Mit der Aussicht auf eine Vervielfachung Ihres Investments.

Vermeidbare Anfängerfehler

  • Bitte nehmen Sie keine tollen Aktien-Tipps aus irgendwelchen Zeitungen und Magazinen wahr. Wenn dort eine Empfehlung ausgesprochen wird, ist der Hype meistens schon vorbei. Ein Verlust kurz nach Einstieg ist fast immer vorprogrammiert.
  • Streuen Sie möglichst breit. Am besten jeden Monat ein bis zwei Aktien von anderen Unternehmen. Bis sich ein Portfolio von 15 bis 30 Einzeltiteln angesammelt hat. Ab dann können Sie nachkaufen, wenn es sich weiterhin anbietet.
  • Anfänger sollten die Finger vom Daytrading lassen. Kaufen Sie Aktien für eine langfristige Anlagestrategie (auch „Buy & Hold“ genannt).
  • Schauen Sie nicht täglich in Ihr Depot und wie es sich entwickelt. Das kostet nur Nerven.
  • Wenn Ihre Aktien binnen weniger Stunden 10% und mehr verlieren, immer die Ruhe bewahren. Panikverkäufe verschlimmern die Situation sehr häufig.

Wissen ist Trumpf

Abschließend möchten wir Ihnen erneut ans Herz legen, auch ein wenig in Bildung zu investieren. Sie können umfangreiches Börsenwissen im Internet für lau erwerben. An Fachliteratur kommen Sie dennoch nicht vorbei. Lernen Sie von erfolgreichen Investoren und Anlagestrategen, worauf es beim Aktienhandel ankommt.

Folgen Sie nicht Ihrem Instinkt, sondern ausschließlich dem Know How. Dieses wird Ihnen langfristig die bessere Rendite bescheren. Lernen Sie Aktien und Unternehmen zu bewerten. Beobachten Sie das wirtschaftliche sowie politische Weltgeschehen. Nicht nur die Aktiengesellschaften selbst, sondern auch viele andere Faktoren, können Einfluss auf die Wertentwicklung nehmen.