Optionen

Der Optionshandel ist komplex, aber das zeitliche Investment lohnt sich durchaus. Eignen Sie sich zunächst ein wenig Grundwissen an. Dann beginnt die Praxis und in kleinen Schritten lernen Sie dazu, was zum erfolgreichen Traden benötigt wird.

Wir vermitteln Ihnen hier die Grundlagen. Es geht dabei vor allem um die verschiedenen Begrifflichkeiten. Denn Missverständnisse führen schnell zu Verlusten.

Was bedeutet der Handel mit Optionen?

Mit einer Option sichern Sie sich die Möglichkeit, eine Sache (Aktien, Rohstoffe etc.) zu einem späteren Zeitpunkt für einen festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Sie sagen also die Kursentwicklung voraus und trifft diese ein, so realisiert sich daraus Ihr Gewinn.

Wichtig: Als Rechteinhaber einer Option stehen Sie nicht in der Pflicht, den genannten Zeitpunkt wahrzunehmen. Sie können ebenso vorzeitig vom Handel zurücktreten. Was dies bedeutet, hängt im von den Bedingungen im Einzelnen ab.

Optionen nennt man auch Termingeschäfte, weil eben der festgesetzte Zeitpunkt entscheidend ist. Sie zählen damit zur Gruppe der Derivate.

Einstieg in Call- und Put-Optionen

Beim Handel mit Optionen werden Einsteiger mit einer Reihe von Fachbegriffen konfrontiert. Vermutlich ist es nötig, deren Erklärungen mehrmals durchzulesen.

Tipp: Versuchen Sie zeitnah einen Broker zu finden, welcher Ihnen ein Musterkonto ermöglicht. So können Sie mit Spielgeld ausprobieren, was die einzelnen Aktionen für eine Wirkung haben.

Beginnen wir mit der Call-Option. Sie wird vom Käufer ausgesprochen, wenn er einen bestimmten Basiswert erwerben möchte. Das kann eine Aktie sein. Jedoch zahlt er dafür nicht den Basiswert, sondern den Ausübungspreis. Jede Option besitzt eine Laufzeit, auch Verfallsdatum genannt.

Für dieses Recht überweist der Anleger eine Optionsprämie. Diese geht an den Verkäufer der Call-Option. Er muss wiederum dafür sorgen, dass es zur Ausführung der Option kommt. Er liefert also den Basiswert zum Ausübungspreis.

Umgekehrt funktioniert dies ebenso. Beim Verkauf wird jedoch von einer Put-Option gesprochen. Der Rechteinhaber, also Sie, wollen den Basiswert zum vorbestimmten Ausübungspreis verkaufen. Hier besteht dann eine Abnahmepflicht vom Ausübungspreis zum Basiswert.

Das Schreiben einer Option

Es wird noch etwas komplizierter. Wenn Sie eine Option verkaufen, ohne diese vorher zu besitzen, spricht der Fachmann vom „Schreiben einer Option“. Ersetzen Sie also das Wort „verkaufen“ durch „schreiben“. Wobei das Schreiben einer Option gegen eine Prämie als Stillhalter bezeichnet wird.

Typische Anwendungsbeispiele

  1. Sie streben eine Call-Option an. Demnach ist es in Ihrem Sinne, dass der Basiswert den Ausübungspreis zum Laufzeitende übersteigt. Sollte das Gegenteil eintreten, kann der Inhaber die Call-Option günstiger kaufen. Ihm allein obliegt es, ob er von diesem Recht Gebrauch macht. Er ist jedoch nicht dazu verpflichtet. Ein Verkäufer (Stillhalter) muss allerdings die Call-Option annehmen und den Basiswert wie vereinbart liefern.

Der Vorteil für den Inhaber besteht darin, die Call-Option auch schon vor dem Verfallsdatum verkaufen zu können. Was immer dann Sinn ergibt, wenn die Call-Option nach Gebührenabzug einen Gewinn abwirft.

  1. Wenn der Anleger, also Sie, eine Put-Option gewählt hat, muss anders herum gedacht werden. Hier muss der Basiswert den des Ausübungspreises unterschreiten, um profitabel zu handeln. Der Stillhalter muss den Basiswert abnehmen. Übersteigt der Basiswert den Ausübungspreis, so wird der Käufer seine Put-Option direkt an der Börse handeln.

Ansonsten kann der Inhaber seine Put-Option auch jederzeit vor Ablauf veräußern.

Das hat es mit Long & Short auf sich

Wenn Sie sich einlesen und mit anderen über den Optionshandel unterhalten, fallen diese zwei Begriffe irgendwann definitiv.

Long-Position: Der Anleger rechnet mit einer Kurssteigerung der gekauften Aktie. Womit der Aktiengesellschaft eine positive Bilanz prognostiziert wird.

Short-Position: Eine Wette auf fallende Kurse. In Fachkreisen auch als „Shorten“ bezeichnet. Ein Leerverkauf findet statt, wenn ein Anleger Wertpapiere veräußert, welche er gar nicht besitzt. Er will damit bewirken, die Aktien später zu einem kleineren Kurs zurückkaufen zu können. Daraus wird sein Gewinn realisiert.

Long und Short, sowie Call- und Out-Optionen stehen also in direkter Verbindung zueinander. Bei einer „Long Put-Optionen“ bspw. hat der Anleger diese gekauft, rechnet aber mit einem Kursminus zum Basiswert.

Short Calls und Short Puts sind dagegen Optionen, welche der Investor verkauft, ohne sie davor besessen zu haben. Sollte die Optionsprämie zurückgehen oder gänzlich verfallen, ergibt sich für ihn der gewünschte Gewinn.

Was es sonst noch zu beachten gilt

Der Optionshandel findet an der Börse statt. Sie gibt die jeweiligen Handelsmöglichkeiten vor. Basispreise, Laufzeiten und Kontraktgrößen sind hier entscheidend. Wöchentliche Optionen gib es zwar auch, aber meistens werden sie für einen Zeitraum zwischen einem und zwölf Monaten festgeschrieben. Seltener sind Optionen mit mehreren Jahren an Laufzeit.

Bei der Kontraktgröße handelt es sich um die Anzahl der verfügbaren Basiswerte pro Option. Hinzu kommen Intervallstaffelungen der Ausübungspreise.

Wichtige Begriffe im Optionshandel

Black & Scholes: Ein mathematisches Modell, benannt nach Fischer Black und Myron Scholes. Sie ermöglichten 1973 damit erstmals eine Preisgestaltung von Optionen für den europäischen Stil. Es kommt auch heute noch zur Anwendung, wenngleich in verschiedenen Variationen.

Europäischer Stil: Diese Optionen lassen sich lediglich am Verfallstag ausüben. Somit sind Sie als Anleger an die Laufzeit gebunden und können nicht vorher verkaufen.

Amerikanischer Stil: Hier ist der Verkauf zu jeder Zeit zulässig. Als Inhaber können Sie Call- und Put-Optionen nach dem amerikanischen Stil nach Belieben kaufen bzw. verkaufen.

Open Interest: Optionen sind nicht wie Aktien an Stücke gebunden. Angebot und Nachfrage bestimmen die Verfügbarkeit von Kontrakten dieser Art. Mit Open Interest wird die Gesamtzahl aller ausstehenden Kontrakte bezeichnet. Es fand also bereits ein Herausrechnen von ausgeübten und geschlossenen Positionen statt.

Ausübung & Anweisung: Besser bekannt als „Exercise & Assignment“. Ersteres geschieht, wenn der Anleger eine Call-Option ausübt. Der Schreiber (Stillhalter) bekommt daraufhin ein Assignment ausgestellt. Seine Aufgabe ist es nun, die gewünschte Anzahl Wertpapiere wie vereinbart zu liefern. Es erfolgt eine Einbuchung der Option zum Ausübungspreis im Depot des Investors.

Moneyness: Basiswert und Ausübungspreis stehen in einem Verhältnis zueinander. Dieses wird gern als Moneyness deklariert. Eine Option befindet sich „im Geld“, wenn der Ausübungspreis einer Call-Option unter dem aktuellen Kurs verweilt. Bei einer Put-Option gilt dies im umgekehrten Fall.

„Aus dem Geld“ gilt bei Call-Optionen mit einem Ausübungspreis über dem Basiswert. Liegt der Ausübungspreis unter dem momentanen Kurs, ist dies für eine Put-Option ungünstig.

„Am Geld“ sagt man, wenn Ausübungspreis und Basiswert dasselbe widerspiegeln. Hier besteht derzeit eine Prämie „ohne inneren Wert“. Der Zeitwert weicht nicht vom Basiswert ab.