Riester-Rente

Angestellte und Beamte wissen, dass sie in der Rente nur noch einen gewissen Prozentsatz ihres vorherigen Einkommens erhalten. Um den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten, gibt es verschiedene Vorsorgeprodukte. Die Riester-Rente zählt zu den klassischen Anlageformen mit wenig Risiko. Sie wirkt zugleich der Inflation, also dem Wertverfall Ihres Geldes, entgegen.

Im Nachfolgenden gehen wir auf die Vorteile der Riester-Rente ein. Lernen Sie, für wen sich diese Anlageform am meisten eignet.

Deshalb lohnt sich die Riester-Rente:

  • Sie schließt die Vorsorgelücke für Arbeitnehmer sowie Beamte.
  • Sie können auf staatliche Förderung setzen.
  • Darüber hinaus wächst das Guthaben durch Überschussbeteiligungen schneller an.
  • Riester-Sparen eignet sich für Familien, zum Ansparen von Bauvorhaben und einigem mehr.
  • Beiträge zur Riester-Rente lassen sich von der Steuer absetzen.

Wichtig: Innerhalb der Riester-Rente bestehen diverse Vertragsformen. Welche für Sie am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Deshalb ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Letztendlich erhalten Sie aber stets dieselbe Leistung. Für Erwachsene bedeutet dies bis zu 175 Euro im Jahr. Pro Kind kann es bis zu 300 Euro extra geben.

Wer darf Riestern?

An sich jede volljährige Person und meist Auszubildende sowie Studenten. Die Frage muss anders formuliert werden: „Wer darf von den staatlichen Zulagen profitieren?“.

Da sieht es nämlich anders aus. Alle Arbeitnehmer, welche in die gesetzliche Krankenkasse einzahlen, sind berechtigt. Ebenso alle Beamten. Gesonderte Regeln gelten für Azubis und Studierende. Selbstständige können zwar einzahlen, allerdings nicht immer die Fördermittel erhalten.

Tipp: Falls Sie derzeit nicht erwerbstätig sind, kann das Riestern über Ihren Ehepartner funktionieren.

Der Nutzen vom Riester-Sparen

Uns allen ist klar, dass die gesetzliche Rente später einmal nicht ausreichen wird. Es sei denn, Sie sind bereit sich stark einzuschränken. Dann genügt auch weniger als die Hälfte Ihres aktuellen Einkommens. Die Mehrheit möchte jedoch ihren gewohnten Lebensstandard behalten.

Deshalb kann ein Riester-Vertrag die Lücke in der Altersvorsorge schließen. Wenn Sie denn rechtzeitig mit dem Sparen beginnen und ausreichend Rücklagen bilden können.

Woraus der Irrtum entstand, dass sich Riestern nur für Gutverdienende lohnt. Dem ist aber nicht so, denn auch Geringverdiener können die staatlichen Zuschüsse und Steuervorteile beanspruchen. Im Idealfall sind dies 175 pro Person, plus maximal 300 Euro pro Kind und Jahr.

Familien mit vielen Kindern können durch diese Förderung eine erhebliche Summe vom Staat erhalten. Auf eine Laufzeit von 35 Jahren betrachtet, sind dies pro Kind bis zu 10.500 Euro!

Der Steuervorteil ist auf 2.100 Euro im Jahr begrenzt. Was einem monatlichen Beitrag von 175 Euro entspricht. Ob Sie so viel Geld in die Riester-Rente einzahlen sollten, hängt von Ihrem gesamten Anlagekonzept ab. Es lohnt sich immer mehrere Finanzsäulen aufzubauen. Ein Riester-Vertrag ist dabei für fast alle sinnvoll.

Riester-Rente auszahlen lassen

Solche Verträge werden meistens so aufgebaut, dass deren Auszahlung mit dem Renteneintritt stattfindet. Vielleicht planen Sie bereits etwas früher in den Ruhestand zu gehen? Dabei ist zu wissen, dass Riester-Renten frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres zuteilungsreif sind.

Wie viel Geld Sie erhalten, hängt von der Wertentwicklung ab. Sie werden mindestens so viel zurück erhalten, wie über die Jahre eingezahlt wurde. Hinzu kommen Zinsen und Überschussbeteiligungen.

Bedenken Sie, dass es zu einer nachgelagerten Besteuerung kommt. Von der lebenslangen Rentenzahlung behält der Fiskus also so viel ein, wie sich aus Ihrem Steuersatz ergibt.

Interessant: Es lohnt sich nachzurechnen, welches Alter Sie erreichen müssten, um alles Geld zu erhalten, welches eingezahlt wurde. Versicherer gehen von einer sehr hohen Lebenserwartung aus. Da niemand weiß, wie viel Zeit ihm noch bleibt, kann eine einmalige höhere Auszahlung besser sein. Sie können sich zu Beginn maximal 30 Prozent des Kapitals überweisen lassen. Wichtig: Dadurch rutschen Sie womöglich im Steuersatz nach oben.

Nachteile vom Riester-Sparen

Es kommt auf Ihre jeweilige Situation an. Riester-Sparen ergibt vor allem dann Sinn, wenn Sie gut verdienen und die Zuschüsse völlig ausreizen. Beachten Sie dabei bitte:

  • Es gibt nichts Besseres als eine individuelle Beratung! Die verschiedenen Verträge sind als Rentenversicherungen oder für den Wohnungsbau bzw. Wohnungskauf gedacht. Sie können klassische Banksparpläne nutzen oder einen Fondssparplan wählen. Dies alles hängt von Ihren Wünschen und der Risikobereitschaft ab. Falsch informiert und beraten, könnten Sie eine böse Überraschung erleben.
  • Haben Sie das Renteneintrittsalter erreicht, wird das Guthaben in der Versicherung zunächst versteuert. Es kommt darauf an, ob Sie die Summe mit einem Mal oder in monatlichen Beträgen ausgezahlt bekommen wollen.
  • Bedenken Sie auch, dass eine Riester-Rente Ihr Geld fest anlegt und Steuervorteile bietet. Eine vorzeitige Kündigung würde damit einhergehen, dass Sie alle erhaltenen Vergünstigungen zurückzahlen müssten. In so einem Fall ist es ratsam, die Beiträge auf das monatliche Minimum zu reduzieren oder sich gänzlich beitragsfrei stellen zu lassen.
  • Dieses Konzept erfasst einen sehr langen Anlagezeitraum. Wir sprechen hier von 20, 30 und mehr Jahren. Nur dann stimmt die Rendite, weil Sie vom Zinseszins-Effekt sowie den Überschussbeteiligungen profitieren. Wenn Sie eine kurzfristigere Anlageform suchen, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf die Produkte Tagesgeld, Festgeld sowie Aktien.
  • Riester-Verträge und deren Fördermittel richten sich nur selten an Selbstständige! Freiberufler und Gewerbetreibende müssen anderweitig fürs Alter vorsorgen (bspw. über eine Basis-Rente).

Welche Riester-Variante passt zu Ihnen?

Wie eingangs bereits erwähnt, basieren Riester-Verträge auf unterschiedlichen Strukturen. Im Kern geht es darum, worin Sie investieren und wofür das Geld später genutzt werden soll.

Rentenversicherung: Der klassische Nutzen, denn Ihre Beiträge stocken später die Rente auf, welche Sie einmal erhalten werden. Sie erhalten einen festgelegten Garantiezins, welcher gleich bleibt. Durch das aktuelle Zinstief, stellt dies nicht die beste Lösung dar. Allerdings gehen Sie damit null Risiko ein.

Wohn-Riester: Sie sind jung und planen ein Eigenheim zu bauen. Dann kommt die Wohn-Riester für Sie in Frage. Ihre Förderungen vom Staat, sowie die steuerlichen Vorteile, fließen in diesen Vertrag. Damit verbunden ist ein Darlehen, welches Sie später so annehmen müssen. Diese Lösung funktioniert nur, wenn Sie die Immobilie auch selber bewohnen werden.

Riester-Bausparvertrag: Sie wollen nicht gleich, sondern erst in ein paar Jahren bauen? Dann kombinieren Sie die Riesterförderung mit einem Bausparvertrag. Dadurch legen Sie zugleich die Zinsen für Ihr späteres Baudarlehen fest.

Riester-Fondssparen: Wenn Sie die Auszahlung nur als Bonus betrachten, gäbe es noch riestergeförderte Fondssparpläne. Während höhere Zinsen möglich sind, kann es auch zu Verlusten kommen. Schlimmstenfalls erhalten Sie nur das selbst eingezahlte Geld zurück. Fondssparen ist also mit einem gewissen Risiko verbunden.

Riester-Banksparplan: Einige Banken bieten noch Sparpläne mit Riesterförderung an. Sie zahlen das Geld monatlich ein und nehmen die variable Verzinsung mit. Was aktuell einen niedrigen Zinssatz bedeutet. Dafür können Sie über das Kapital und ggf. ein Darlehen frei verfügen. Stecken Sie es in ein Eigenheim oder lassen sie die Summe bis zum Rentenbeginn anwachsen.

Fazit zur Riester-Rente

Für Arbeitnehmer, Beamte, Azubis, Studenten und teilweise auch Selbstständige, ergibt die Riester-Rente einen Sinn. Sie schließen damit bestenfalls die komplette Lücke in Ihrer Altersvorsorge.

Es bedarf jedoch einer ausführlichen und individuellen Beratung. Inklusive einer Erklärung der staatlichen Zuschüsse sowie Steuervorteilen. Außerdem sollte Ihr gesamtes Anlagekonzept berücksichtigt werden. Daraus ergibt sich, wie viel Geld Sie pro Monat in einen Riester-Vertrag einsparen sollten.