Festgeld

Wenn Sie einen größeren Betrag übrig haben und sicher anlegen wollen, könnte das Festgeld Ihren Vorstellungen entsprechen. Namensgebend ist dabei das Konzept. Ihr Geld wird für eine Laufzeit zwischen 3 Monaten und 10 Jahren fest angelegt.

In dieser Zeit können Sie nicht über den Betrag verfügen. Dafür gewährt die Bank eine höhere Verzinsung, während Ihre Einlage absolut sicher ist. Was Sie sonst noch über ein Festgeldkonto wissen sollten, erklären wir Ihnen mit den nächsten Zeilen.

Deshalb lohnt sich das Festgeld:

  • Bessere Verzinsung als beim Tagesgeld
  • Je länger die Laufzeit, desto höher die Zinsen
  • Ein festgeschriebener Zinssatz, welcher nicht schwanken kann
  • Eine sichere Geldanlage
  • Wichtige Säule in Ihrer mittelfristigen Finanzplanung

Dafür wird Festgeld genutzt

Anleger mit dem Bedürfnis nicht hoher Sicherheit, fühlen sich bei Festgeld-Angeboten gut aufgehoben. Weil der Betrag für einen festgeschriebenen Zeitraum angelegt wird, bieten Banken bessere Zinsen als beim Tagesgeld. Die Mindesteinlage beginnt häufig bei 5.000 Euro. Der Spielraum nach oben und unten ist gegeben. Jede Bank bestimmt ihre Limits individuell.

Fest steht, dass es sich um vier- bis fünfstellige Beträge handelt. Sie könnten bspw. Geld für fünf Jahre höhere Zinsen erwirtschaften lassen. Anschließend nutzt es Ihnen für Reparaturen am Haus oder dem Kfz. In jedem Fall wirken Sie der Inflation, also dem Wertverfall Ihres Geldes, entgegen. Je nach Leitzins der EZB, übersteigen die Zinsen sogar die Teuerungsrate.

Vielleicht bietet das Kindersparbuch keine gute Verzinsung, sodass Sie einen Betrag über Festgeld anlegen wollen. Dabei gilt es zu bedenken, dass keine weiteren Einzahlungen möglich sind. Dann wären Sie mit dem Zuwachssparen besser dran.

Konditionen prüfen & vergleichen

Wenn Sie sich für ein Festgeldkonto entscheiden wollen, gilt es die Angebote zu vergleichen. Nahezu jede Bank führt dieses Produkt. Wichtig ist hierbei zu wissen:

  • Je länger die Laufzeit, desto höher meistens auch die Zinsen.
  • Es gibt ein Minimum und Maximum fürs Festgeld.
  • Die Rückzahlungsmodalitäten variieren.
  • Was geschieht bei einem vorzeitigen Auflösen des Festgeldkontos?
  • Manche Banken im Ausland bieten bessere Zinsen.

Nutzen Sie einen Vergleichsrechner fürs Festgeld, um die aktuell besten Konditionen zu finden. Es fällt dabei immer wieder auf, dass Banken im EU-Ausland höhere Garantiezinsen bieten. Trotzdem ist Ihr Geld keinem Risiko ausgesetzt, da im Zweifelsfall die Einlagensicherung greift.

Was bedeutet Einlagensicherung?

In Deutschland und europaweit gilt, dass Geldanlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank geschützt sind. Darauf haben sich die Länder und Banken mit der sogenannten Einlagenversicherung geeinigt. Sollte ein Geldinstitut ihre Zahlungsnot deklarieren, greift der jeweilige Staat ein. Er muss dann für die Sparer aufkommen.

Dank der gesetzlichen Einlagensicherung sind Sie also bestens vorbereitet. Sie können diesen Betrag sogar verdoppeln, wenn Ihr Ehepartner das Festgeld mit beantragt. Wobei die 200.000 Euro wohl den Rahmen sprengen. Außerdem raten wir von Festgeld-Produkten aus finanzschwachen europäischen Ländern ab. Denn Banken können nur gerettet werden, wenn der Staat entsprechend liquide ist.

Rückzahlung vom Festgeld

Im Vertrag ist das Laufzeitende notiert. Haben Sie dieses Datum erreicht, kommt es zur automatischen Rückzahlung vom Festgeld. Hierfür haben Sie ein Referenzkonto angegeben. Sollte dieses zwischenzeitlich aufgelöst worden sein, gilt es die Bank zu informieren.

Wie Sie anschließend mit dem Betrag verfahren, steht Ihnen absolut frei. Sollte sich kein konkreter Verwendungszweck ergeben, empfehlen wir Ihnen, das Geld weiter zu investieren. Je nach Situation, könnte erneut Festgeld in Frage kommen. Auf unserem Portal erfahren Sie ebenso mehr über andere Anlageprodukte.

Nachteile vom Festgeld

Bis hierhin liest sich das alles sehr gut. Doch wie jedes andere Anlageprodukt, besitzt das Festgeld ein paar Nachteile. Weshalb Sie sich vor der Vertragsunterzeichnung gut informieren sollten. Wir geben folgende Aspekte zu bedenken.

  • Die besseren Zinssätze gehen mit der Festschreibung Ihrer Geldanlage einher. Sie sollten immer noch liquide Mittel auf Ihrem Tagesgeldkonto besitzen.
  • Stecken Sie nicht alle Überschüsse in Festgeldanlagen. Eine breit aufgestellte Finanzplanung bezieht mehrere Säulen der Vorsorge mit ein. Für einen guten Mix sollten Sie sich auch mit Immobilien, Aktien und Edelmetallen beschäftigen.
  • Prüfen Sie in den Vertragsbedingungen alle Konditionen bis ins Detail. Es geht auch darum zu klären, wie sich die Bank bei vorzeitiger Kündigung des Festgeldes verhält? Bei Unklarheiten sofort nachfragen.
  • Festgeldkonten verstehen sich als mittelfristige Geldanlage. Der Zeitraum geht nur selten über zehn Jahre hinaus. Für kurz- und langfristige Investments benötigen Sie noch weitere Lösungen.

Fazit zum Festgeld

Wem Aktien und Fonds zu heikel sind, aber Tagesgeld zu wenig Zinsen bietet, ist beim Festgeld gut aufgehoben. Bei einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren, zählt dieses Produkt zu den mittelfristigen Geldanlagen. Die höheren Zinsen sind attraktiv, stehen aber der mangelnden Flexibilität des Festgeldes gegenüber.

Wir empfehlen Ihnen, es als einen Baustein für Ihre Finanzplanung und Altersvorsorge in Betracht zu ziehen. Ein Vergleich der verschiedenen Angebote lohnt sich. Beziehen Sie dabei nicht nur deutsche Banken, sondern EU-weit alle Institute mit ein.

Wissenswertes rund ums Festgeld

Wie und wo eröffne ich ein Festgeldkonto?

Immer öfter ist es möglich, ein Festgeldkonto von zu Hause aus zu eröffnen. Wir raten Ihnen jedoch, vor Ort bei Ihrem Berater vorzusprechen. So gehen Sie sicher, dass es sich um jene Anlageform handelt, welche Ihnen vorschwebt. Außerdem gilt es eine Kopie Ihres Ausweises einzureichen. Wenn Sie das Festgeldkonto online eröffnen, muss zudem noch Ihre Identität bestätigt werden. Dies gelingt wahlweise mit dem PostIdent- oder VideoIdent-Verfahren.

Direktbank oder Filialbank?

Direktbanken halten ihre Kostenstrukturen sehr schmal. Sie bauen kein großes Filialnetz auf. Stattdessen erfolgt die Beratung dezentral. Weil so die Ausgaben minimiert werden, können Direktbanken oftmals die besten Festgeld-Konditionen bieten.

Achten Sie darauf, dass der versprochene Zinssatz für die gesamte Laufzeit gilt. Lockangebote sehen eine höhere Verzinsung für die ersten paar Monate vor und sinken dann wieder.

Fallen Steuern bei der Festgeld-Auszahlung an?

Dies ist durchaus möglich, wenn Sie den Sparer-Pauschbetrag überschreiten. Dieser fasst alle Ihre Zinserträge zusammen. Also auch aus anderen Geldanlagen. Kommen Sie in der Summe über 801 Euro, so gilt es 25 Prozent Abgeltungssteuer zu zahlen. Bei zusammen veranlagten Personen liegt der Freibetrag mit 1.602 Euro doppelt so hoch.

Darüber hinaus sind Sie eventuell noch verpflichtet Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zu zahlen.

Denken Sie bitte daran, gleich mit der Kontoeröffnung den Freistellungsauftrag auszufüllen. Nur dann sind Sie dazu berechtigt, vom Freibetrag Gebrauch machen zu dürfen.