Geld anlegen in Fonds – Wissenswertes & Tipps für Anfänger

Fonds kennen die meisten von Versicherungsgesellschaften, welche diese als Geldanlage anpreisen. Dabei müssen Sie nicht zwingend einen „Zwischenhändler“ nutzen, um in Fonds zu investieren. Bei direkter Einlage lässt sich einiges an Gebühren sparen. Denn gerade durch diese, haben Investmentfonds ihren schlechten Ruf erlangt.

Außerdem muss zwischen den verschiedenen Anlageformen innerhalb der Fonds differenziert werden. Mit diesem Ratgeber wollen wir Einsteigern das nötige Grundwissen vermitteln.

Was sind Fonds?

Eine Investmentgesellschaft (auch Kapitalverwaltungsgesellschaft) kann einen Fonds ins Leben rufen. Es handelt sich dabei um von dieser verwaltetes Sondervermögen. Heute stehen über 8.000 verschiedene Fonds zur Geldanlage bereit. Hierbei findet eine Klassifizierung zwischen Fonds in Aktien, Staatsanleihen, Immobilien, Rohstoffe und andere Kategorien statt.

Investmentfonds grenzen sich von Indexfonds (ETFs) ab, da hier eine aktive Verwaltung durch Fondsmanager gewährleistet wird. Was auch die höheren Gebühren im Vergleich zu Indexfonds erklärt. Durch das aktive Management versprechen sich Anleger noch bessere Renditen. Dies kann sich bewahrheiten, doch garantieren kann Ihnen dies niemand.

Arten von Fonds

Bevor Sie zum ersten Mal in Fonds investieren, möchten wir Ihnen die verschiedenen Arten zugrunde legen. Denn mit diesen entscheidet sich, wie risikoreich Ihre Geldanlage ist.

Rentenfonds: Hier findet ein Investment mit möglichst geringem Risiko statt. Manager stecken Ihr Geld in Anleihen, Pfandbriefe, Bundesobligationen und anderen festverzinsten Papieren. Die Laufzeiten und Zinssätze variieren. Wie bei allen Fonds, kommt es bei Bedarf zu einer Umschichtung, um die Rendite zu optimieren.

Aktienfonds: Damit Sie nicht selbst die Auswahl treffen müssen, investieren Manager Ihr Geld in Aktien. Sie können vorab meistens angeben, welche Branchen bzw. Regionen der Welt für Sie relevant sind. Bspw. möchten Sie vorrangig in Technologie- oder US-Werte investieren. Aktienfonds richten sich an langfristig denkende Menschen. Sie werden gern für einige Jahrzehnte gehalten. Das Risiko ist als mittelmäßig einzustufen. Dafür liegen die Ertragserwartungen über denen von Rentenfonds.

Mischfonds: Um die Vorteile aus beiden Fondsarten zu vereinen, entwickelte man Mischfonds. Ihr Geld wird also zu gleichen oder ungleichen Teilen in die genannten Fonds investiert. Die prozentuale Verteilung lässt sich meistens festlegen. Der Fondsmanager schaut dann, wie er Ihr Geld optimal anlegt und ggf. umschichtet.

Immobilienfonds: Hier fließen Ihre Beiträge in Wohnimmobilien, gewerblich genutzte Objekte und noch zu bebauende Grundstücke. Achten Sie darauf, ob es sich um offene oder geschlossene Immobilienfonds handelt. Der Fonds erzielt Rendite durch Mieteinnahmen und einer hoffentlich guten Wertsteigerung der Immobilien.

Dachfonds: Sie stehen über anderen Investmentfonds (wie ein Dach) und streuen somit Ihr Geld. Daraus resultiert ein hohes Maß an Sicherheit, da ein gleichzeitiger Totalverlust aller beteiligten Fonds sehr unwahrscheinlich ist. Wenn Sie also das Risiko scheuen und sich zunächst mit Fonds als Geldanlagen vertraut machen wollen, wären Dachfonds eine gute Option.

Geldmarktfonds: Ein schnelllebiges und wenig riskantes Geschäft. Bei Geldmarktfonds wird in Tages- und Termingelder investiert. Auch Rentenpapiere, welche kurz vor der Auszahlung stehen, sind hier gefragt. Ihre Rendite sollte über dem des Tagesgeldes und Festgeldes liegen. Wichtig ist hier, dass die Gebühren nicht Ihren Überschuss tilgen.

Unterscheidung von offenen und geschlossenen Fonds

Abgesehen von der Art des Investments, müssen Sie noch zwischen offenen und geschlossenen Fonds abwägen.

Offene Fonds: Sie stellen die Mehrheit aller Investmentfonds dar. Banken, Vermittler und Investmentgesellschaften bevorzugen diese Anlageform. Hier ist ein regelmäßiges Besparen möglich, um Ihren Anteil am Fonds schrittweise zu erhöhen.

Sie können Ihr Geld in einem offenen Fonds jederzeit ausbezahlen lassen. Es gilt jedoch auf die Vertragsstrukturen zu achten, ob ggf. Gebühren bei vorzeitiger Kündigung anfallen.

Geschlossene Fonds: Hier ist der Einstieg nur zu einem gewissen Zeitraum möglich. Sie zahlen einen recht hohen Ausgabeaufschlag (Emissionskosten). Ihre Geldanlage ist einmalig zu leisten und die Laufzeit beträgt häufig bis zu 30 Jahre.

Geschlossene Fonds sammeln Gelder für Wohnimmobilien, um deren Bau oder Sanierung zu finanzieren. Später profitieren Sie von den Mieteinnahmen und einer möglichen Wertsteigerung der Objekte. Alternativ richten sich geschlossene Fonds auf Filmproduktionen, Infrastrukturprojekte und vieles mehr.

In der Vergangenheit erlitten geschlossene Fonds einige Totalverluste und es gab auch einige Betrugsfälle. Deshalb werden sie nicht mehr für private Anleger empfohlen.

Thesaurierende oder ausschüttende Fonds?

Desweiteren müssen Sie sich entscheiden, wie sich der gewählte Fonds verhalten soll.

Thesaurierend: Die Investmentgesellschaft zieht ihre vereinbarten Gebühren ab und stellt die erwirtschafteten Erträge fest. Das können generierte Mieten, Dividenden, Zinsen und/oder Verkaufserlöse sein. Der nun verbleibende Nettobetrag wird automatisch wieder in den Fonds investiert. Was zu dessen Wertsteigerung beiträgt und langfristig die Rendite für Sie als Anleger erhöht.

Ausschüttend: Das genaue Gegenteil geschieht bei ausschüttenden Fonds. Anteilseigner erhalten die jährlich generierten Nettoerträge ausbezahlt. Vorher greift ggf. noch die Abgeltungssteuer. Sie profitieren von einer passiven Einkommensquelle und können frei über die Rendite verfügen.

Wesentliche Merkmale von Fonds

Ja, es wird noch etwas komplexer. Doch Sie wollen schließlich eine wirklich gute Fondsauswahl treffen. Deshalb bitten wir Sie noch folgende Aspekte zu bedenken:

  • Fonds können branchenorientiert sein. Vielleicht wollen Sie in Konsumgüter oder Pharmazeutika investieren? Gelegentlich erleiden ganze Branchen einen temporären Schiffbruch. Was zu erheblichen Einbußen in Ihrem Fonds führt. Stellen Sie sich daher mindestens in zwei oder drei Branchen auf, um dem entgegenzuwirken.
  • Ähnlich sieht es bei regional bezogenen Fonds aus. Sie können bspw. rein in die USA oder Deutschland Ihr Geld anlegen. Manche Länder bzw. Kontinente gelten zeitweise als aufstrebend und damit besonders lukrativ. Politische Unruhen können aber genau das Gegenteil bewirken.
  • Welchen Anlagezeitraum haben Sie im Sinn? Soll er einmal Ihre Rente aufstocken oder wollen Sie kurzfristig Gewinne realisieren?
  • Wie viel Risiko sind Sie bereit einzugehen? Könnten Sie das Geld im Falle eines Totalverlustes verschmerzen? Falls nein, sollten Sie lieber eine risikoarme Fondsart wählen.
  • Sie können Fonds ebenso nach religiösen oder ethischen Aspekten filtern. Vielleicht liegt Ihnen alles am Herzen, was mit erneuerbaren Energien und Umweltschutz zu tun hat.

Diese Fonds-Kosten kommen auf Sie zu

Hier und da kann ein Kostenfaktor entfallen. Lassen Sie sich daher detailliert beraten bzw. lesen sich die Vertragsdetails ganz genau durch. In Verbindung mit der bisherigen Performance des Fonds, können Sie dessen reale Rendite besser einschätzen.

  • Bedenken Sie die Verwaltungskosten, welche um die 2,5% im Jahr betragen können.
  • Der Ausgabeaufschlag (Agio) kann mit bis zu 7% berechnet werden. Er ist bei jeder Auftragserteilung zu zahlen.
  • Sollte die Fondsgesellschaft oder Sie eine Depotumschichtung durchführen, können dafür Transaktionskosten anfallen.
  • In manchen Verträgen finden Sie sogar noch eine erfolgsabhängige Extra-Vergütung für den Fondsmanager.
  • Das Sondervermögen in Investmentfonds muss in einem Depot gelagert werden. Die verwaltende Bank erhebt dafür üblicher Weise eine Gebühr.
  • Sollten Sie Aktienfonds nutzen, kann die Börse Handelsgebühren aufschlagen.
  • Muss eine Fondsgesellschaft eine Rücknahme berechnen bzw. beantragen, kommt womöglich ein Rückgabeaufschlag (Disagio) auf Sie zu.

Da kommt ggf. richtig viel zusammen und Sie sollten diese Gebühren in Ihre Erwartungen einfließen lassen. Eventuell sind Sie mit einem passiv verwalteten Indexfonds (ETF) besser beraten.

Steuerliche Behandlung von Fonds als Geldanlagen

Wenn alle Gebühren abgezogen sind und Sie einen Realgewinn verbuchen können, hält womöglich noch jemand die Hand auf. Ihr Finanzamt wird schauen, welche Fondsart Sie nutzen und ob es eine Abgeltungssteuer zu holen gibt. Hier lohnt sich ein Gespräch mit Ihrem Steuerberater. Denn der Gesetzgeber hat hierzu klare Regelungen getroffen.

Beispiel: Sie erzielen eine Rendite durch deutsche Dividenden oder Mieterträge aus Immobilienfonds. Davon muss die Fondsgesellschaft pauschal 15% abführen.

In gewissen Fällen greift aber eine prozentuale Teilfreistellung. Dieser Satz wird nicht versteuert. Bei Immobilienfonds im Ausland beträgt dieser 80%. Inländische Varianten erhalten lediglich 60%. Bei Mischfonds mit sehr geringem Aktienanteil sind es sogar null Prozent.

Wissen = Rendite – Dies gilt auch bei Fonds

Bitte verlassen Sie sich nicht blind auf Ihren Anlageberater, welche womöglich nur seine Abschlussprovision vor Augen hat. Sie sollten sich ein wenig Know How aneignen, bevor Ihr erstes Investment erfolgt. Bauen Sie Ihren Wissensstand mit den Jahren aus und beobachten Sie die Märkte. Dadurch können Sie rechtzeitig eingreifen, wenn sich Probleme anbahnen.

Für potentiell interessante Fonds sollten Sie sich den Anlageprospekt oder zumindest dessen Kurzversion aushändigen lassen. Prüfen Sie zeitgleich die Jahresberichte der Fondsgesellschaft. Das Anlageprodukt sollte bereits mehrere Jahre erfolgreich existieren. Nehmen Sie sich fünf Jahre als Minimum, denn daraus lässt sich eine erste Durchschnittsrendite ermitteln.

Prüfen Sie die Analysen der Ratingagenturen zur Performance des jeweiligen Fonds. Diese alleine sollte jedoch nicht für Ihre Entscheidung ausschlaggebend sein. Vergessen Sie außerdem nichts das Fondsvolumen. Je mehr Anleger investieren, desto vertrauenswürdiger scheint der Fonds zu sein.

Dies alles müssen Sie den Gebühren zur Verwaltung durch einen Fondsmanager gegenüberstellen. Starke Kennzahlen rechtfertigen höhere Ausgaben.

Unsere Empfehlung: Offene Investmentfonds

Als Einsteiger mögen diese vielen Informationen auf Sie erdrückend wirken. Deshalb möchten wir es zum Abschluss wieder vereinfachen. Wenn Ihr Interesse an Investmentfonds weiterhin bestehen sollte, raten wir zu offenen Fonds.

Hier ist es möglich, bereits mit kleineren Geldbeträgen einzusteigen. Richten Sie sich dazu einen Fondssparplan bei Ihrer Hausbank oder einem Geldinstitut Ihrer Wahl ein. Vergleichen Sie auch hier die Gebührenstrukturen. Ein Sparplan schützt Sie vor einem ungünstigen Einstiegszeitpunkt. Langfristig werden Sie vom Cost-Average-Effekt profitieren.

Offene Investmentfonds sind derart vielseitig, dass jede Anlagestrategie bedient werden kann. Achten Sie dabei auf eine breite Streuung und zwar überregional sowie branchenübergreifend.

Wichtiges Fazit

Trotz aller Gebühren, können Fonds eine hohe Rendite abwerfen. Jedoch nehmen hier viele Faktoren ihren Einfluss. Fakt ist auch, dass nur ein gewisser Teil der aktiv gemanagten Investmentfonds ins Plus wirtschaften. Diesem Risiko-Nutzen-Verhältnis sollten Sie sich bewusst sein!