Kryptomarket

Wenn der Begriff Kryptowährungen fällt, denken fast alle nur an den Bitcoin. Es mag sein, dass dieser den Trend gestartet hat. Doch der Kryptomarket besteht mittlerweile aus mehreren Dutzend digitalen Währungen. Die meisten davon eignen sich nicht als Geldanlage, aber unter ihnen existieren auch ein paar starke Werte. Nichtsdestotrotz darf die Volatilität der Kryptowährungen nicht unterschätzt werden.

Wissenswertes rund um den Kryptomarket:

  • Alternative Zahlungsmittel ohne Banken
  • Hier liegen Milliardenschwere Investitionen
  • Blockchain-Technologie könnte vieles revolutionieren
  • Risikoreiche, aber ebenso attraktive Anlageform

Was sind Kryptowährungen?

Sie heißen Bitcoin (BTC), Bitcoin Cash (BCH), Litecoin (LTC), Ethereum (ETH), Ripple (XRP), IOTA und noch anders. Allesamt Kryptowährungen, welche sich als digitale Zahlungsmittel verstehen. Dafür wurden sie vorrangig ins Leben gerufen. Dezentrale, nicht direkt überwachte Währungen, welche sich nahezu frei vom klassischen Finanzwesen nutzen lassen.

Jede Kryptowährung besitzt dabei sein eigenes Netzwerk. In diesem können Nutzer Bitcoin & Co versenden sowie empfangen. Auch ein Austausch zwischen verschiedenen Währungen ist möglich. Dafür benötigen Sie ein „Wallet“ (auf Deutsch „Brieftasche). Dahinter steckt die Blockchain-Technologie, welche die Transaktionen ermöglicht.

„Krypto“ steht dabei für das griechische Wort „Kryptographie“. Also eine Art Geheimschrift, welche sich nur mit der richtigen Technik entschlüsseln lässt.  Wohingegen die Blockchain eben jene verschlüsselten Informationen enthält und zugleich als Datenbank dient. Allerdings auf die unzähligen Computer der Nutzer verteilt und nicht auf einem zentralen Server lagernd.

Wer seine Rechenleistung bereitstellt, erhält im Gegenzug Coins (Münzen) bzw. Token (Wertmarke). In der Fachsprache wird dieser Prozess als „Mining“ bezeichnet. Eine in der Blockchain gewonnene Währungseinheit ist fixiert. Im Nachhinein kann sie nicht verändert, jedoch übertragen werden.

Wie funktionieren Kryptowährungen als Geldanlage?

Wenn Sie bspw. Euro in eine Kryptowährung tauschen, so erwirtschaftet diese keine Zinsen wie beim Tagesgeld. Sie erhalten auch keine staatliche Förderung, wie es beim Riestern der Fall ist.

Kryptowährungen profitieren allein von ihrer wachsenden Beliebtheit. Aus dieser resultieren Kurssteigerungen. Sie vermehren Ihr Geld also ausschließlich durch Wertzuwächse, weil die Nachfrage steigt.

Jede Kryptowährung ist dabei etwas anders konzipiert. Beim Bitcoin ist klar, dass dieser nur zu einem bestimmten Kontingent verfügbar ist. Diese Beschränkung bedeutet, dass irgendwann alle Bitcoins gefunden sind und dann nur noch den Besitzer wechseln. Aufgrund dieser nicht endlos verfügbaren Kryptowährung, sollte deren Wert langfristig nur den Weg nach oben kennen.

Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Sie gehen hier ein sehr hohes Risiko ein. Weshalb ein Vergleich mit Festgeld oder anderen Anlageformen schlichtweg unmöglich ist.

Weitere Möglichkeiten in den Kryptomarket zu investieren

  • Am sinnvollsten wäre es, zumindest theoretisch, selbst die Coins einzusammeln. Beim „Kryptomining“ benötigt es jede Menge Rechenleistung. Diese zu warten und mit Energie zu versorgen, ist praktisch gesehen aber sehr kostenintensiv. In vielen Ländern ist Kryptomining aufgrund der hohen Stromkosten nicht mehr rentabel.
  • Abgesehen von „Buy & Hold“, gibt es jene die täglich Kryptowährungen traden. Sie versuchen dabei Gewinnmitnahme zwischen den einzelnen Währungspaaren zu realisieren. Dasselbe funktioniert beim Wechsel zwischen Euro, Dollar & Co in die digitalen Währungen. Allerdings ist dieses Geschäft sehr riskant, da extrem schwankende Kurse möglich sind.
  • Sie könnten sich ebenso über Aktien an Unternehmen in der Kryptobranche beteiligen. Hier lohnt sich ein Blick auf alle Aktiengesellschaften, welche Wallets und Blockchain-Technologien bereitstellen.
  • Mittlerweile haben es die Kryptowährungen auch an die Börse geschafft. Mittels ETFs und Futures ist ein Handel auf dem Parkett möglich geworden.
  • Wenn Sie in neue Kryptos investieren wollen, gilt es die Initial Coin Offerings (ICOs) im Auge zu behalten. Wird das Geld via Crowdfunding eingeholt, können Sie sich an den Neuemissionen beteiligen.

Warum existieren Kryptowährungen?

In 2009 wurde der Bitcoin (BTC) entwickelt. Er gilt als Patriot der Kryptowährungen. Alle anderen digitalen Ableger bezeichnet man gern als „Altcoins“(alternative Coins).

Sinn und Zweck vom Bitcoin ist es, ein dezentrales Zahlungsmittel zu schaffen. Unabhängig von regulierenden Banken und Währungshütern wie bspw. die EZB. Der Bitcoin sollte also ohne den Einfluss irgendeines Finanzinstitutes funktionieren. Sein Preis wird allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Zeitgleich ermöglichen Kryptowährungen ein weitestgehend anonymes Bezahlen im Internet. Immer mehr Onlineshops, aber auch Einzelhändler, akzeptieren zumindest den Bitcoin als Zahlungsmittel.

Im weiteren Verlauf entwickelten sich Kryptowährungen weiter. Neben Geldtransaktionen, können sie auch sensible Daten übertragen. Dank der hochmodernen Verschlüsselung, bleiben diese sehr sicher vor dem Zugriff durch Dritte. Sogar Facebook arbeitet an seiner eigenen Währung namens „Libra“.

Das allgemeine Interesse an Kryptowährungen dürfte also weiterhin steigen.

Kryptowährungen im Alltag

Wie bereits erwähnt, können Kryptowährungen wie der Bitcoin als legitimes Zahlungsmittel verwendet werden. Hier und da sieht man bspw. schon die Akzeptanz bei Einzelhändlern wie Bäckereiketten, Kaffeehäusern und Bekleidungsgeschäften.

Allerdings gestaltet sich der Aufwand relativ hoch, weil es minutenaktuelle Wechselkurse benötigt. Ihr Wallet mit den Bitcoins oder einem Altcoin, müssen zudem mit einer kompatiblen Kreditkarte oder EC-Karte verbunden sein. Grundsätzlich ist dies alles möglich, steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Anders sieht es dagegen beim Onlineshopping aus. Hier wächst die Akzeptanz schneller, weil die Integration einfacher ist. Neben der direkten Überweisung, können hier Einkäufe ebenso per Rechnung bezahlt werden.

Kritik an Kryptowährungen:

  • Durch ihre hohe Volatilität eignen sie sich nur bedingt für kurzfristige Geldanlagen. Wer hier investiert, sollte nach der „Buy & Hold“-Strategie verfahren.
  • Sie sollten keinesfalls Ihr ganzes Erspartes in Kryptowährungen investieren. Breit aufgestellte Anleger mischen sie bis zu einem Volumen von etwa 5% in ihr Portfolio.
  • Das verwendete Wallet sowie Sie sind allein für die Sicherheit der Kontodaten verantwortlich. Es gibt keine Einlagensicherung oder andere Schutzmaßnahmen.
  • Die Anonymität der Kryptowährungen kann auch für illegale Zwecke verwendet werden. Andererseits können sie, richtig verwendet, auch ein Mittel gegen Korruption darstellen.
  • Großinvestoren und Banken haben die Möglichkeit zur unfairen Einflussnahme. Dazu müssten sie große Geldsummen auf einmal umschichten, sodass das Verhältnis von Angebot und Nachfrage stark kippt. Somit könnte eine Kryptowährung binnen weniger Minuten deutlich mehr oder weniger wert sein. Solche Manipulationen sind möglich, weil Kryptowährungen keiner Regulierung unterliegen.
  • Beim Wechsel in Euro, Dollar oder eine andere klassische Währung, müssen Sie mit hohen Gebühren rechnen. Viele Wallets akzeptieren zudem nur den Bitcoin für einen Umtausch in sogenanntes Fiatgeld.
  • Obwohl die Blockchain hochmodern aufgebaut ist, reagieren die Wallets und Banken immer noch sehr langsam. Es kann Stunden, manchmal sogar einige Tage dauern, bis der Umtausch vollzogen ist.
  • Schlussendlich vertrauen Sie Ihr Geld relativ unbekannten Wallets an. Diese beteuern ihre Bemühungen, sind aber vor Softwarefehlern nicht 100%ig geschützt. Weil der Kryptomarkt milliardenschwer ist, sind Hacker nicht weit entfernt.

Unser Fazit zum Investieren in Kryptowährungen

Ein Investment in Kryptowährungen bietet viel Potential. Bedingt durch die steigende Beliebtheit sowie das begrenzte Angebot, können die Preise eigentlich nur steigen. Jedoch wann und in welchem Ausmaß dies geschieht, weiß niemand.

Kryptowährungen zählen zu den risikoreichen Anlageformen. Daher sollten Sie mit Ihrem Geld keinesfalls All-In gehen. Bei vielen machen Bitcoin & Co etwa 5% des Portfolios aus. Manch einer nennt es „Spielgeld“ oder „Zockergeld“, weil die Wertentwicklung ein Vielfaches des Investments ausmachen kann.

Was dieser Geldanlage eine gewisse Nachhaltigkeit verleiht, ist die Blockchain-Technologie dahinter. Sie erlaubt überhaupt erst die verschlüsselte Übertragung von Geldmitteln und Daten.

Sie interessieren sich für weitere Anlageformen mit hohem Risiko? Dann empfehlen wir Ihnen hier nachzulesen: Derivate, Optionen und Futures.