Kapitallebensversicherung

Wenn von einer Lebensversicherung gesprochen wird, ist damit fast immer eine kapitalbildende Police gemeint. Die Kombination aus Todesfallschutz und Geldanlage gilt weiterhin als sehr beliebt. Der Großteil Ihrer Beiträge fließt in Anleihen bzw. Fonds. Was übrig bleibt, bietet den Schutz für Ihre Hinterbliebenen.

Wichtig ist hier die Abgrenzung zur Risikolebensversicherung. Diese bietet lediglich eine finanzielle Absicherung für den Todesfall. Geld können Sie sich aus ihr nicht auszahlen lassen.

So funktioniert die Kapitallebensversicherung

Eine Kapital-LV zählt zu den sehr langfristigen Geldanlagen. Wir sprechen hier meist von 30 Jahren und mehr. Denn sollten Sie bzw. Ihre Hinterbliebenen nicht auf sie zurückgreifen müssen, soll sie die Altersvorsorge aufstocken. Im Idealfall läuft also Ihre Police kurz vor dem Renteneintritt aus. Was Ihnen ein zusätzliches finanzielles Polster bietet. Dafür zahlen Sie den monatlich festgelegten Beitrag ein.

Vorteile:

  • Sie erhalten einen garantierten Zinssatz, mit dem Ihr Guthaben jährlich verrechnet wird.
  • Zusätzlich gibt es eine flexible Überschussbeteiligung, welche Ihr Guthaben schneller anwachsen lässt.
  • Abhängig vom Vertrag, können weitere Boni gutgeschrieben werden. Oftmals wird mit einer höheren Schlusszahlung geworben. Sozusagen als Belohnung für Ihr Durchhalten bis zum Schluss.

Nachteile:

  • Sie müssen die Abschluss- und Verwaltungskosten berücksichtigen.
  • Ihr Geld wird fest angelegt. Eine zwischenzeitliche Auszahlung ist oftmals möglich, geht aber mit Verlusten einher.

Wenn Sie also eine Anlage für den langfristigen Horizont suchen, könnte eine Kapitallebensversicherung für Sie interessant sein.

Die drei Phasen der Kapital-LV

Um sich das besser vorstellen zu können, können Sie den Zeitraum in drei Phasen aufteilen.

Im ersten Drittel dienen Ihre Einzahlungen zum Tilgen der Kosten. Sie starten somit real im Minus, welches sich aber nach etwa sechs bis acht Jahren ins Plus umwandelt.

Im zweiten Drittel werden Sie auf den Jahresbescheiden den Zinseszinseffekt erkennen. Ebenso macht sich die Überschussbeteiligung bemerkbar.

In den letzten Jahren rückt dann die Schlusszahlung näher. Dieser Boni hängt stark von der Wirtschaftsleitung der Versicherungsgesellschaft ab. Auch die aktuelle Zinslage beeinflusst deren Höhe.

Worin wird Ihr Geld angelegt?

Sie sollten sich vor der Vertragsunterzeichnung informieren, worin genau die Gesellschaft Ihr Geld anlegen wird. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn es sich um Anleihen handelt. Das niedrige Risiko resultiert in einer geringeren Verzinsung. Diese Option wird am meisten genutzt, da Sie mit Ihrer Altersvorsorge nicht zocken wollen.

Riskanter, aber womöglich auch profitabler, sind Kaptallebensversicherungen welche auf Fonds aufbauen. Eine Mischung beider Anlageformen ist durchaus möglich. Achten Sie dann darauf, dass der Großteil in festverzinste Anleihen investiert wird.

Lebensversicherungen vergleichen

Dieser Versicherungsbereich ist mit Millionen von Verträgen bestückt. Sie sollten daher ausgiebig vergleichen, welche Konditionen Ihnen die Versicherer bieten.

Holen Sie sich mehrere Angebote ein, um zunächst einen Blick auf die Hinterbliebenenleistung zu werfen. Wenngleich Sie sich mehr für die Geldanlage interessieren, der Todesfallschutz sollte nicht zu kurz kommen.

Für Ihren Bonus zur Altersvorsorge sind vor allem die Garantiezinsen relevant. Momentan liegt der Leitzins sehr niedrig. Dieser drückt die Aussichten der Kapitallebensversicherungen. Weshalb ein kleiner Anteil an Fondsinvestments ratsam ist. Über die Jahre hinweg, performen diese meist gut und bessern Ihnen eine schwache Verzinsung auf.

Wichtig: Wenn Sie rein am Todesfallschutz interessiert sind, ist die Risikolebensversicherung besser für Sie geeignet!

Was die Überschussbeteiligung sowie Schlusszahlung betrifft, klingt alles sehr verlockend. Behalten Sie jedoch im Hinterkopf, dass diese Boni flexibel angepasst werden können. Wirtschaftet der Versicherer schlecht und/oder es kommt zu einer Finanzkrise, kommt es zur Korrektur nach unten.

Lebensversicherung auszahlen lassen

Nach vielen Jahren des konsequenten Sparens, ist es dann soweit. Sie können Ihre kapitalgebundene Lebensversicherung auszahlen lassen. Zuvor teilt Ihnen die Gesellschaft noch die Höhe der Schlusszahlung mit. Danach haben Sie die Wahl, wie der Betrag ausgezahlt werden soll:

  • Die einmalige Auszahlung erlaubt es Ihnen sofort über das gesamte Geld zu verfügen. Lassen Sie sich dazu von einem Steuerberater unterstützen, denn Sie müssen Kapitalertragssteuer abführen.
  • Stattdessen gibt es die monatliche Auszahlung. Der Betrag wird monatlich als Zusatzrente ausgeschüttet und das für den Rest Ihres Lebens. Hier wissen Sie nur nicht, wie viel Zeit Ihnen noch bleibt. Dafür fällt die Besteuerung nicht so schwer ins Gewicht.

Für wen ist die Kapitallebensversicherung nicht geeignet?

So eine Police darf nicht als reine Geldanlage verstanden werden. Durch den Todesfallschutz zahlen Sie einen gewissen Aufschlag. Sollte Ihnen also nur der Sinn danach stehen, Geld für sich arbeiten zu lassen, gibt es bessere Optionen.

Der lange Anlagehorizont ist nur für die Altersvorsorge gedacht. Wenn Sie bereits in einigen Jahren auszahlen lassen wollen, gibt es Möglichkeiten wie bspw. Festgeld.

Bedenken Sie auch, dass das Geld fest angelegt wirkt. Sie können nicht einfach spontan darauf zurückgreifen, wie es beim Tagesgeld der Fall ist. Selbst eine Kündigung braucht Zeit und Sie müssen den angebotenen Rückkaufswert hinnehmen. Dabei gilt es immer finanzielle Abstriche zu machen.

Schlussendlich versteht sich die Kapitallebensversicherung als ein potentielles Standbein Ihrer langfristigen Anlagestrategie. Ob Sie dieses besparen, hängt von Ihrer individuellen Situation sowie den garantierten Zinsen ab.