ETF: Definition, Vorteile & Risiken im Überblick

Wenn Sie Geld an der Börse anlegen wollen, muss dies nicht direkt in Aktien erfolgen. Stattdessen lassen sich ETFs nutzen. Dadurch investieren Sie nicht nur in ein, sondern viele Unternehmen. Diese Diversifikation schützt Sie oftmals besser vor großen Verlusten. Jedoch kann ein ETF auch Ihre Rendite schmälern, wenn der falsche ausgewählt wurde.

Der nachfolgende Ratgeber verschafft einen Überblick, worauf Sie beim ETV Investment achten sollten.

Wissenswertes zum ETF:

  • Eignet sich für langfristige Geldanlagen (bspw. Altersvorsorge).
  • Stellt einen Indexfonds dar, welcher eine Wertentwicklung abbildet.
  • Wird passiv verwaltet und ist deshalb kostengünstig.
  • Breite Diversifikation Ihrer Geldanlage.
  • Ihr Geld ist jederzeit flexibel und kann bei Bedarf umgeschichtet werden.
  • ETFs bieten hohe Transparenz.

ETF-Definition

Hinter dem Kürzel verbirgt sich „Exchange Traded Fund“. Diese Möglichkeit lässt sich auch als „börsengehandelter Indexfonds“ bezeichnen. ETFs dienen dem Zweck, einen gesamten Index oder Teile aus mehreren Indizes abzubilden. Dadurch investieren Sie in Aktien und genießen zugleich die Liquidität eines Fonds.

Während gemanagte Fonds hohe Gebühren berechnen, spricht man bei einem ETF von einer passiven Verwaltung. Sie bestimmen mit der Wahl des ETFs, worin investiert werden soll. Somit liegt es stets bei Ihnen, die Anlagestrategie zu kontrollieren sowie Anpassungen vorzunehmen.

Vorteile von ETFs

Es wird davon ausgegangen, dass sich gewisse Unternehmen und Branche langfristig immer besser aufstellen können. Bei einer langfristig verfolgten Geldanlage, stellen ETFs eine gute Möglichkeit dar. Insbesondere deshalb, weil sie kosten- und zeiteffizient sind.

Statt einmalig eine größere Summe in Aktien zu investieren, legen Sie eine Art Sparplan für Aktien bzw. Indizes an. Somit streuen Sie das Risiko, gleich nach dem Investment einen höheren Verlust zu erleiden. Dies kann Ihnen nämlich nach jedem Wertpapierkauf geschehen, falls das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bereits überbewertet war.

Das in ETFs angelegte Geld steht Ihnen jederzeit zur Verfügung. Sie bleiben somit finanziell flexibel. Sollte sich der ETF negativ entwickeln, ziehen Sie den Betrag sofort ab. Sie können innerhalb des Depots sofort umschichten. Entweder in einen anderen ETF, Einzeltitel (Aktien) oder eine Auszahlung auf Ihr Girokonto vornehmen.

Es ist dabei aber äußerst unwahrscheinlich, dass alle Werte innerhalb Ihres ETFs gleichzeitig herbe Verluste einfahren. Dies wird umso wahrscheinlicher, je branchenkonzentrierter Sie sind. Investieren Sie mit einem ETF bspw. nur in Technologiewerte oder Rohstoffe, kann eine schlechte Nachricht den Kursverfall auslösen. Weshalb Sie aus der Fülle an ETFs stets jene wählen sollten, welche breit aufgestellt sind.

Tipp: Viele Investoren und Kleinanleger tendieren zu ETFs auf dem US-Markt. Sie gehen davon aus, dass ein Großteil der Weltwirtschaft von dort beeinflusst wird.

Nachteile von ETFs

Sie selbst müssen alle Entscheidungen treffen. Deshalb sind ETFs nichts für absolute Neulinge der Branche. Ein wenig Grundwissen zum Aktienhandel und der Börse sollte vorhanden sein.

Tipp: Einsteigern wird oft empfohlen, in einen MSCI World ETF zu investieren. Dieser bildet ein sehr breites Branchenspektrum ab und ist nicht regional bezogen. Die Chance hier langfristig Verluste zu machen, wird als gering eingestuft.

Langfristig sollten Sie mit fast jedem ETF eine gewisse Rendite erzielen. Stellenweise können Sie mit Einzelwerten deutlich mehr Prozente erzielen. Jedoch steigt das Risiko in etwa gleichem Maße an. Wenn Sie bereits einige tausend Euro angelegt und Ihr Know How verbessert haben, sollten parallel Aktien-Investments angestrebt werden.

Entscheidend sind auch Ihr Broker und dessen Depotgebühren. Darüber hinaus bietet jeder Broker ein anderes ETF-Sortiment an. Weshalb es sich vor der Depoteröffnung zu recherchieren lohnt.

Nachbildung eines Index durch Fonds

Ein Indexfonds versucht die Entwicklung eines Indes abzubilden. Wobei jeder Titel und dessen Wert vorgegeben sind. Mehrheitlich betrachten Analysten die Indizes als Stimmungsbarometer für die jeweiligen Märkte.

ETFs sind dazu da, um in ganze Märkte zu investieren, ohne alle einzelnen Titel besitzen zu müssen. Dafür wäre nämlich von Beginn an eine große Summe notwendig. Stattdessen richten Sie einen monatlichen Sparplan ein. Schrittweise holen Sie sich Stück für Stück vom Index in Ihr Portfolio.

Viele Einsteiger kennen bereits den Deutschen Aktienindex (DAX). Er beinhaltet die 30 größten Aktiengesellschaften des Landes. Mittels ETF könnten Sie bspw. den gesamten DAX besparen. Wobei empfohlen wird, überregional zu investieren. Denn sollte Deutschland oder ein anderer Staat in wirtschaftliche Schieflage geraten, wäre Ihre gesamte Anlage in Gefahr.

Unterschied zwischen aktiv gemanagten Fonds & ETFs

Ein Investmentfonds verspricht hohe Renditen, weil erfahrene Anlagestrategen die Entscheidungen treffen. Sie schichten das Geld der Anleger nach Bedarf um. Womit ein möglichst großer Zugewinn realisiert werden soll. Weshalb hier von aktiv gemanagten Fonds gesprochen wird. Weil dies jedoch einen hohen Zeitaufwand bedeutet und es dieses Know How nicht umsonst gibt, berechnen Fondsmanager hohe Gebühren. Trotzdem werden sie von vielen Finanzberatern beworben, weil deren Provisionen ebenso üppig ausfallen.

Mit einem oder mehreren ETFs, übernehmen Sie die Verantwortung für Ihre Anlagestrategie. Hierbei entstehen deutlich geringere Kosten, weil Sie lediglich den Broker für jede Order bezahlen. Ein guter Grund, warum Ihnen die meisten Anlageberater ETFs bewusst verschweigen. Hiermit lässt sich schlichtweg nicht so viel verdienen.

Dabei können Ihnen Fondsmanager keine Garantie für ein erfolgreiches Investment geben.

So investieren Sie in einen ETF

  1. Sie benötigen zunächst einen guten Broker. Vergleichen lohnt sich definitiv. Es geht dabei hauptsächlich um Gebühren und ETF-Angebot. Bedenken Sie jedoch, dass ein besonders günstiger Broker ggf. nur einen sehr eingeschränkten Service anbietet. Schauen Sie also vorab in die Details und ob Ihr bevorzugter ETF zur Verfügung steht.
  2. Eröffnen Sie ein Konto beim Broker und hinterlegen ein Referenzkonto.
  3. Wählen Sie einen ETF aus und legen für diesen die Sparrate fest. Das dafür benötigte Geld wird von Ihrem Referenzkonto eingezogen.

Beliebte ETFs für Anfänger

  • Mit einem DAX ETF investieren Sie in die erfolgreichsten deutschen Aktiengesellschaften. Diese lassen sich sehr kosteneffizient besparen. Teilweise werden sogar kostenlose ETFs auf den DAX angeboten.
  • Der MSCI World ETF dürfte mit Abstand die beliebteste Anlageform dieser Klasse darstellen. Er ist breit gestreut und bildet somit eine Reihe von Branchen ab. Sie streuen Ihre Geldanlage sehr breit. Weshalb das Risiko größerer Verluste stark sinkt. Zugleich profitieren Sie von den verschiedenen Innovationen, welche Unternehmen noch wertvoller machen.
  • Dividenden ETFs sorgen für regelmäßige Ausschüttungen. Diese können Sie erneut investieren oder sich auszahlen lassen.
  • MSCI Emerging Markets ETFs beziehen sich auf etwa 1.200 Aktienwerte, welche nur aufstrebende Schwellenländer einbeziehen.
  • Wenn Sie Gold nicht direkt kaufen wollen, gibt es auch dafür ETFs.