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Anlage in Fonds – Performance und Kosten beachten

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Bei der Anlage in Investmentfonds, meistens in Form offener Fonds, machen zahlreiche Anleger einen nicht unerheblichen Fehler. Dieser besteht darin, dass bei einem vom Vergleich nur geschaut wird, welcher Investmentfonds in den letzten Jahren die besten Erträge erzielt hat. Der Fehler konkret besteht darin, dass eben nur die reine Performance betrachtet wird, also die Wertentwicklung des jeweiligen Fondsanteils. Diese Performance ist jedoch nicht gleichzusetzen mit der Rendite, denn dort fließen auch die Fondskosten ein, die nicht unerheblich sind. Daher ist es beim Vergleich von Investmentfonds sehr wichtig, eben nicht nur auf die Performance zu achten, sondern einen Blick auf die Kosten zu werfen und so die durchschnittliche Rendite zu ermitteln.

Investmentfonds vergleichen zur Auswahl sehr empfehlenswert

Falls Sie sich grundsätzlich dafür entschieden haben, Ihr Kapital in Investmentfonds fließen zu lassen, werden Sie eine sehr große Anzahl von Fonds am Markt vorfinden. Daher ist es zunächst sinnvoll, die grobe Einteilung aller offenen Investmentfonds am Markt zu kennen, die wie folgt aussieht:

  • Geldmarktfonds
  • Offene Immobilienfonds
  • Rentenfonds
  • Aktienfonds

Darüber hinaus gibt es noch einige relativ spezielle Fonds, wie zum Beispiel Garantiefonds oder gemischte Fonds, bei denen die Fondsgesellschaft zum Beispiel sowohl in Aktien als auch Rentenpapiere investiert. Nach der Auswahl können Sie natürlich noch weitere Selektionen vornehmen. Möchten Sie zum Beispiel grundsätzlich in Aktienfonds investieren, bietet es sich an, die einzelnen Fonds nach Ländern, Regionen oder Branchen auszuwählen. Erst dann macht es Sinn, die übrig gebliebenen Investmentfonds zum Beispiel im Hinblick auf die Performance miteinander zu vergleichen.

 Wertentwicklung über mehrere Zeiträume betrachten

An erster Stelle steht bei einem Fondsvergleich sicherlich die Betrachtung der Performance, also der Wertentwicklung. Dabei ist es sinnvoll, dass Sie sich nicht nur auf einen Zeitraum konzentrieren, sondern sich die Wertentwicklung des entsprechenden Fonds über verschiedene Zeiträume betrachten, wie zum Beispiel:

  • 1-Jahres-Performance
  • 5-Jahres-Performance
  • 10-Jahres-Performance

Welche Zeiträume für Sie besonders interessant sind, hängt natürlich auch damit zusammen, welchen Anlagehorizont Sie in etwa haben. Möchten Sie sehr langfristig in die Fonds investieren, macht es sicherlich Sinn, auch bei der Performance auf langfristige Zeiträume von beispielsweise zehn oder 15 Jahren zu achten. Der Vergleich der Wertentwicklung ist allerdings nur ein Teil des Fondsvergleich, den Sie durchführen sollten. Mindestens genauso wichtig ist es nämlich, dass Sie sich die im Zusammenhang mit dem Fonds auftretenden Kosten betrachten, die Ihnen als Anleger entstehen werden.

 Welche Kosten gibt es bei offenen Fonds?

Es gibt eine Reihe von Kosten, die ganz typisch für offene Fonds sind, auch wenn nicht jede Gebührenart automatisch bei jedem Investmentfonds in Rechnung gestellt wird. Auf die entsprechenden Kostenteile möchten wir im Folgenden etwas näher eingehen, damit Sie bei Ihrem nächsten Fondsvergleich wissen, worauf Sie bei den Gebühren achten sollten. Für gewöhnlich handelt es sich um die folgenden Kostenteile:

  • Ausgabeaufschlag
  • Managementgebühr
  • Verwaltungskosten

Diese drei Kostenfaktoren sind typisch für offene Fonds, wobei allerdings noch weitere Kosten hinzu kommen können, wenn Sie tatsächlich die für Sie persönlich geltende Gesamtkostenrate ermitteln möchten. Dazu gehören zum Beispiel Depotgebühren und Orderkosten, die immer dann anfallen, wenn Sie Fondsanteile kaufen oder verkaufen. Am wichtigsten sind jedoch die drei zuvor genannten Kostenfaktoren, also der Ausgabeaufschlag, die Managementgebühr und die Verwaltungsgebühren, mit denen wir uns im Folgenden etwas näher beschäftigen möchten.

Ausgabeaufschlag: meistens nur bei Classic-Fonds zu beachten

Die mehreren Tausend Fonds, die am Markt angeboten werden, lassen sich nach mehreren Kriterien voneinander unterscheiden. Eine Eingruppierung beinhaltet, dass es auf der einen Seite sogenannte Classic- und auf der anderen Seite die Trading-Fonds gibt. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Trading-Fonds in der Regel keinen Ausgabeaufschlag haben, was hingegen bei Classic-Fonds fast immer der Fall ist. Die weitaus meisten Investmentfonds am Markt sind solche Classic-Fonds, da sie von der Anlagedauer her langfristig orientiert sind. Darüber hinaus ist es so, das zwar bei einem Trading-Fonds meistens kein Ausgabeaufschlag anfällt, dafür jedoch zusätzliche Gebühren in Form der Vertriebsprovision, die es normalerweise bei Classic-Fonds wiederum nicht gibt.

Wenn Sie sich also für einen Classic-Fonds entscheiden, sollten Sie den Ausgabeaufschlag als Kostenfaktor beachten. Die Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Fonds und auch der Fondsart. So können Sie beispielsweise davon ausgehen, dass der Ausgabeaufschlag bei einem Aktienfonds deutlich höher als bei einem Geldmarktfonds ist. Dies liegt insbesondere an dem höheren Aufwand der Fondsgesellschaft, der mit dem Aktienportfolio verbunden ist. Wenn Sie sich einmal umschauen, werden Sie schnell feststellen, dass die Ausgabeaufschläge – je nach Fonds – im Bereich zwischen 0,5 bis über 5 Prozent schwanken können. Allerdings ist ebenfalls zu beachten, dass es sich dabei natürlich nur um einen einmaligen Kostenfaktor handelt, der beim Kauf der Fondsanteile anfällt. Der Ausgabeaufschlag ist die Differenz zwischen Ausgabe- und Rücknahmepreis des einzelnen Fondsanteils. Da Sie letztendlich die Gesamtkostenquote des Fonds wissen möchten, ist es empfehlenswert, den Ausgabeaufschlag auf ein Jahr umzurechnen. Haben Sie beispielsweise einen Anlagehorizont von zehn Jahren und beträgt der Ausgabeaufschlag fünf Prozent, sollte dies auf ein Jahr umgerechnet Kosten in Höhe von 0,5 Prozent verursachen.

 Managementgebühr bei aktiv gemanagten Fonds üblich

Ein weiterer Kostenfaktor, den Sie in der Form bei allen aktiv gemanagten Fonds vorfinden werden, ist die Managementgebühr. Diese wird seitens der Fondsgesellschaft in Rechnung gestellt, weil sich der Fondsmanager aktiv um das Portfolio kümmert und natürlich versucht, die besten Renditen zu erzielen. Die Managementgebühren bewegen sich je nach Fonds meistens zwischen 0,5 und bis zu 1,5 Prozent im Jahr. Wenn wir hier einmal einen mittleren Wert von einem Prozent nehmen, würde dies bedeuten, dass Sie bei einem umgerechneten Fondsvermögen in Höhe von 10.000 Euro jährlich 100 Euro an Managementgebühr zahlen würden.

Verwaltungsgebühren als weiterer Kostenfaktor

Ein weiterer Kostenfaktor, der nicht zwingend bei allen aktiv gemanagten Fonds auftritt, sind die Verwaltungsgebühren. Diese belaufen sich für gewöhnlich auf 0,2 bis 0,6 Prozent im Jahr. Alle Investmentfonds müssen übrigens offenlegen, welche Kosten sie in Rechnung stellen und sind mittlerweile auch dazu verpflichtet, die sogenannte Gesamtkostenrate anzugeben. Wie sich diese gestaltet, können Sie einer beispielhaften Berechnung im folgenden Abschnitt nachlesen.

Gesamtkostenrechnung: ein Beispiel

Das Hauptziel, aufgrund dessen Sie sich mit den einzelnen Kostenfaktoren bei Fonds auseinandersetzen, ist das Ermitteln oder Nachvollziehen der Gesamtkostenrate. Diese wird im Fachbereich auch als TER (Total Expensive Rate) bezeichnet. Wenn wir unsere aus den vorherigen Abschnitten ermittelten Beispielzahlen nehmen, kommen wir in diesem Fall auf eine folgende Rechnung:

  • Ausgabeaufschlag: 5% (0,5 % auf ein Jahr gerechnet)
  • Managementgebühr: 1%
  • Verwaltungsgebühr: 0,5%
  • Gesamtkostenrate: 2%

Beachten sollten Sie, dass in der offiziellen TER, die der Investmentfonds angeben muss, natürlich nicht der Ausgabeaufschlag enthalten ist. Daher wird diese Gesamtkostenrate immer etwas niedriger ausfallen, als wenn Sie den Ausgabeaufschlag mit einbeziehen, wie es eigentlich richtig ist. Wenn Sie es ganz genau nehmen, müssen Sie natürlich auch noch die Ordergebühren und Depotkosten mit in die Gesamtkostenrechnung einbeziehen.

Performance – Kosten = Rendite

Nachdem Sie die Wertentwicklung kennen, die ein bestimmter Fonds im Durchschnitt pro Jahr erzielt, und auch über die Kosten informiert sind, können Sie die Rendite des jeweiligen Investmentfonds ermitteln. Dies ist relativ einfach, denn Sie müssen dazu nur die Gesamtkosten von der durchschnittlichen Wertentwicklung abziehen, wie zum Beispiel:

  • Wertentwicklung pro Jahr: 5,8 %
  • Gesamtkostenrate: 2,0 %
  • Rendite: 3,8 %

Wie Sie sehen, weicht die Rendite – im negativen Sinne – in diesem Fall deutlich von der Performance ab. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass Sie eben bei einem Investmentfonds nicht nur auf die Wertentwicklung, sondern ebenso auf die Kosten achten müssen, denn beide Faktoren beeinflussen die Rendite zum Teil deutlich.

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